Astrid Lindgren
(14.11.1907 – 28.01.2002)
Der
Geburtsort von Astrid Lindgren
Astrid Lindgren
wurde auf einem Bauernhof – dem Hof Näs – in der Nähe
der kleinen Stadt Vimmerby in Småland
in Schweden am 14. November 1907 geboren. Sie hatte einen ein Jahr älteren
Bruder namens Gunnar und zwei jüngere Schwestern, Stina und Ingegerd.
Astrids Vater
hieß Samuel August Ericsson und war von Beruf Bauer. Ihre Mutter hieß Hanna.
Die beiden hatten sich das ganze Leben lang sehr lieb und gaben ihre Liebe an
ihre Kinder weiter.
Die
Kindheit von Astrid Lindgren
Astrid
verbrachte ihre Kindheit auf dem Bauernhof der Eltern. Die Eltern hatten
natürlich nicht viel Zeit mit den Kindern zu spielen. Dafür hatten die Kinder
aber viel Freiheit und spielten vor allem in der den Hof umgebenden Natur. Rund
um das rote Wohnhaus wuchsen viele Apfelbäume und außerdem waren dort viele
Wiesen, Wälder, Scheunen und ein toller Heuboden. Da auf dem Hofgelände auch
viele Hilfskräfte mit ihren Familien lebten, gab es überall Spielkameraden. So
verbrachte sie eine sehr glückliche Kindheit. Die Eltern überwachten alles sehr
liebevoll, mischten sich aber in die Spiele nicht ein.
Der
Einfluss der Eltern auf Astrid Lindgren
Die Mutter und
der Vater von Astrid Lindgren waren ganz besondere Leute. Besonders ihr Vater
war nicht nur sehr nett, sondern auch sehr glücklich. Er liebte seine Frau, die
er schon im Alter von dreizehn Jahren kennen gelernt hatte, über alles, ebenso
seine Kinder und das ganze Leben.
Auch wenn
manches Buch traurig anfängt, so ist am Ende immer alles in Ordnung. Ihre
Geschichten handeln von Kindern, die einem Leid tun und die im Laufe der
Geschichte froh werden.
Wo
hatte Astrid Lindgren ihre Ideen her?
Als Astrid
Lindgren Kind war, gab es kein Fernsehen und kaum ein Radio. Man saß abends um
den Tisch herum und unterhielt sich. Dabei wurden z. B. Strümpfe gestopft,
Schuhe repariert oder Schulaufgaben gemacht. Der beste Erzähler war ihr Vater.
Er erzählte Geschichten von Tanten, Onkeln und anderen Leuten, von seiner
eigenen Kindheit, Märchen, Gespenstergeschichten und Sagen. Dabei war er sehr
lustig und benutzte komische Wörter.
Das
Leben auf dem Bauernhof
Astrid Lindgren
und ihre Geschwister hatten zwar viel Platz zum Spielen, mussten aber auch ihre
Pflichten erfüllen. Statt sich mit Freunden zu verabreden mussten sie Rüben
ziehen, die Hühner füttern oder Brennnesseln pflücken. Auch dabei erzählte man
sich viele Geschichten von verrückten lustigen Menschen, die in Hütten lebten
oder durch die Luft fliegen konnten. Dies merkte man später bei den Büchern
über Michel aus Lönneberga.
Astrid Lindgren
sagt dazu: „Die Bücher über Michel haben mir beim Schreiben am meisten Spaß
gemacht. Da konnte ich all das benutzen, was mein Papa mir erzählt hat, als ich
klein war. Während ich schrieb, hörte ich förmlich seine Stimme. All diese
verrückten Geschichten konnte ich ja nicht der kleinen Lisa in den Mund legen.
Lisa aus Bullerbü also. Die musste ein Junge erleben.
Und solchen Spaß, den ich hatte, als ich über Michel schrieb, hab ich wohl noch
nie gehabt. Als ich das letzte Kapitel schrieb, habe ich geweint. Es war ein
schreckliches Gefühl, dass ich Michel nie mehr wieder treffen sollte.“ (Besuch
bei Astrid Lindgren, Oetinger Lesebuch, Bd. 29, S.
28/29)
Der
Einfluss des Wohnorts auf die Geschichten in ihren Büchern
Vor ihrem
Wohnhaus stand eine knorrige Linde, ideal zum Klettern. Dieser Baum ist einmal
der Limonadenbaum in „Pippi Langstrumpf“, also der Baum, in dem Tommy und
Annika eine Limonade entdeckten, als sie so durstig waren. Außerdem ist er auch
der Eulenbaum aus „Die Kinder aus Bullerbü“, in den
Bosse ein Hühnerei legte, das dann Eulen ausbrüteten.
Vor dem
Elternhaus befand sich auch eine weiße Veranda. So sah auch die Veranda der
Villa Kunterbunt aus, auf der immer Pippis Pferd stand.
Die
Bedeutung der nahe gelegenen Stadt Vimmerby
In Vimmerby gab es viele kleine Holzhäuser, hügelige Gassen
und Straßen mit Kopfsteinpflaster. Der Vivo – Laden dort war der Laden, in dem
Pippi 18kg Bonbons kaufte und mit Goldmünzen bezahlte. Dorthin fuhr auch Michel
aus Lönneberga, um sich auf dem Markt ein Pferd zu
kaufen. Auch Madita und Alva kauften dort ein. In
„Meisterdetektiv Blomquist“ wachte Wachmeister Björk über diese Stadt.
Man hat immer
den Eindruck, es muss besonders viel Spaß gemacht haben, zu der Zeit Kind
gewesen zu sein.
Astrid
Lindgrens Wünsche für die Kinder von heute
Astrid Lindgren
glaubt, Kinder sitzen heute zu viel vor dem Fernseher, was eine schlimme
Wirkung hat. Sie sollten viel mehr spielen. Wer genügend spielt und Phantasien
entwickelt, hat Schätze in sich, von denen er sein Leben lang profitieren kann.
Auch wenn dann einmal schwere Stunden kommen sollten, geben einem diese
Eindrücke aus jener Zeit Kraft, an der man sich orientieren kann.
Die
persönlichen Spiele von Astrid Lindgren als Kind
Sie und ihre
Freunde sind auf Bäume geklettert oder zwischen Bretterstapeln hin und her
gesprungen. Sie balancierten auf dem Dachfirst ihres Hauses oder bauten
Geheimhöhlen im Heu auf dem Heuboden bzw. unterirdische Gänge in hohen Bergen
von Sägespänen. In selbst gebauten Spielhütten spielten sie Zirkus oder im
Dunkeln Hexe. Obwohl sie wussten, dass die jüngste Schwester immer die Hexe
war, hatten sie jedes Mal furchtbare Angst. Sie spielten auch aus allen
gelesenen Büchern den Inhalt nach. Im Haus bauten sie sich Räuberhöhlen oder
spielten „Nicht den Fußboden berühren“ im Schlafzimmer. Bei diesem Spiel musste
man im ganzen Zimmer herumklettern, ohne mit dem Fuß den Boden zu berühren.
Vor allem in
der Küche spielten sie „Kickse - kickse
hu“, ein wildes Laufspiel oder „Was für'n Kuchen“, an dessen Ende alle auf
einem Haufen im Bett des Vaters lagen und vor Lachen kreischten. Sie
unternahmen aber auch ruhigere Spiele.
Die Spiele
fanden sich hinterher auch in ihren Büchern wieder. „Nicht den Fußboden
berühren“ spielt Pippi mit Tommy und Annika an ihrem Geburtstag in Pippis
Küche. Und beim Spiel „Kickse – kickse
hu“ toben Ida und Michel durch die Küche.
Die
Zimmer auf dem Bauernhof
Zu jener Zeit
waren die Möbel auf einem Bauernhof rustikal, stabil und unempfindlich. Im
Schlafzimmer waren die Möbel aus strapazierfähigem Kiefernholz. Dort durften
die Kinder spielen. Aber ins Esszimmer durften sie nur zu Weihnachten und
Ostern. Dort war immer alles ordentlich aufgeräumt. An den Fenstern hingen
weiße Spitzengardinen. Im Esszimmer stand auch eine Orgel und auf dem Tisch lag
die Bibel.
Am meisten
hielt man sich in der Küche auf. Um den Tisch herum saßen beim Essen nie
weniger als 10 Personen, also auch alle Knechte und Mägde, die auf dem Hof halfen.
Meistens arbeiteten dort zwei Mägde, die im Winter auf der Ausziehbank in der
Küche schliefen und im Sommer auf dem Dachboden.
Der
Einfluss des Bruders Gunnar auf Astrid Lindgrens Bücher
Ihr Bruder
Gunnar war sehr erfinderisch beim Entwickeln neuer Spiele und lustiger Wörter.
In „Pippi Langstrumpf“ ist an einer Stelle Pippi ein Sachensucher. Das Spiel
hatte Gunnar erfunden. Er wollte auch gerne „Drehrumdiebolzen
– Ingenieur“ werden genau wie Lasse in „Bullerbü“.
Auch dass Lasse das Hühnerei ins Eulennest gelegt hat, hatte in Wirklichkeit
Gunnar auch schon getan.
Astrid Lindgren
bedauerte sehr, dass ihr Bruder 1974 starb. Aber sie hatte alle drei
Geschwister gleich lieb. Sie telefonierte mit ihren Schwestern täglich. Dabei
sprachen sie oft über ihre Kindheit. Stina konnte auch im Alter noch immer alle
Gedichte aufsagen, die sie in der Schule gelernt hatten.
Astrid
Lindgren als kleines Mädchen
Sie war ein
lebhaftes, aber empfindsames Mädchen und konnte schnell lachen, aber auch
schnell weinen. Zum Beispiel weinte sie, als der Pastor bei der Einschulung
ihren Namen aufrief. Als er ihr aber anbot, dass sie sich nicht in die Reihe zu
stellen brauchte, wenn sie Angst hätte, hörte sie sofort auf zu weinen. Gleich
darauf stupste sie das Mädchen an, das vor ihr stand, weil sie es kennen lernen
wollte. Die andere warf ihr daraufhin einen wütenden Blick zu. Schließlich aber
wurden sie Freundinnen.
Viele erzählten
aus jener Zeit, dass sie sehr lebhaft und auch erfinderisch war. Ständig erfand
sie neue Spiele, so dass es besonders interessant war, mit ihr zu spielen.
Die
Bedeutung von Anne-Marie für Astrid Lindgren
Anne-Marie war
die Tochter eines Bankiers in Vimmerby. Sie wohnte in
einer vornehmen Villa, in der Astrid auch viel spielte. Dieses Zuhause zog sie so
an, weil es so anders war als ihr eigenes Zuhause. Anne-Marie und Astrid waren
ein Leben lang Freundinnen. In dem Buch „Madita“ ist Madita genau wie Anne-Marie. Anne-Marie hat Astrid auch das
Prügeln beigebracht. Anne-Marie erzählte einmal den Journalisten, dass Astrid
sehr gelenkig gewesen war. Sie kletterte nicht nur auf Bäume, sondern – wenn
sie Sport hatten – kletterte sie bis unter die Decke der Turnhalle. Genauso oft
wird auch in ihren Büchern geklettert: Madita über
das Waschhausdach, Madita und Mia über das Schuldach
oder Kati in dem Buch „Kati in Italien“ über die Dachrinne ins offene Fenster,
weil sie den Schlüssel vergessen hatte.
Die
Schülerin Astrid Lindgren
Astrid Lindgren
kam 1914 in die Schule. Sie hatte eine recht altmodische und strenge Lehrerin,
die oft ungerecht war. Zu Kindern aus vornehmem Hause war sie nett, aber
überhaupt nicht nett zu armen oder unordentlichen Kindern. Die Kinder mussten
in jener Zeit etwas zu essen mit in die Schule bringen, also hatten Astrid und
ihre Geschwister oft Roggenbrot mit Speck mit, ärmere Kinder aber nur ein paar
schmutzige Kartoffeln. Die Lehrerin sah daran, wer arm oder wer reicher war und
ließ das die Kinder spüren. Kinder durften zu jener Zeit auch geprügelt werden.
Einmal bekam ein Kind auf den nackten Hintern Schläge vor der ganzen Klasse.
Das war das Furchtbarste, was sie erlebt hatte. Sie fand die Lehrerin nicht
nett. Übrigens hat sie das Erlebnis mit den Schlägen auch im Buch „Madita“ eingebaut, als Mia geschlagen werden sollte.
Die
Küche der Kristin
Kristin war
eine Frau, die auf dem Hof in Näs half, aber in einer
Hütte außerhalb von Näs wohnte. Sie hatte eine
Tochter namens Edit, die einige Jahre älter war, aber
gerne mit Astrid und deren Geschwistern spielte. Eines Tages lud Edit Astrid zu sich nach Hause ein. Sie wollte ihr ein
Märchen vorlesen. So setzte sich Astrid zu Edit in
deren Küche auf die Bank und Edit las ihr das Märchen
vom Riesen Bam-Bam und der Fee Viribunda
vor. Astrid war sehr erstaunt. Auf dem Bauernhof gab es keine Bücher, nur die
Bibel, das Gesangbuch und andere religiöse Schriften.
In ihren
Büchern beschreibt Astrid Lindgren immer wieder Kristins gemütliche Küche, die
blau gestrichene Bank, den Herd, den Klapptisch, die Blumen im Fenster. Dieser
kleine Raum hatte eine solche Wirkung auf Astrid Lindgren, weil sie dort
Märchenbücher kennen gelernt hatte.
Die
Wiese in Småland
Es gab eine
Wiese mit frischen Heustapeln, die auch ein Leben lang Eindruck auf Astrid
Lindgren gemacht hatte. Über dieser Wiese war bewölkter Himmel und drum herum
Hecken mit blühenden wilden Rosen. in vielen ihrer Bücher erwähnt sie blühende
wilde Rosen.
Im Buch „Mio, mein Mio“ besuchte Bo Vilhelm Olsson seinen Freund Benka in dessen Sommerhaus in Vaxholm.
Abends saßen sie auf einem Felsen und dahinter wuchsen so viele Heckenrosen. Er
fand, sie wären das Schönste auf der Welt. Oder bei den Brüdern Löwenherz: Das
Schönste von ganz Nangijala war das Heckenrosental.
Die
Jugendjahre von Astrid Lindgren
Nach der
Kindheit kamen ein paar Jahre für Astrid Lindgren, die nicht so schön waren.
Mit dreizehn merkte sie, dass sie nicht mehr spielen konnte und war traurig. In
ihren Jugendjahren spürte sie nur die Leere im Innern. Alle anderen waren
verliebt, sie nicht. Sie fühlte sich auch nicht hübsch. So fand sie Kontakt zu
einer Gruppe von Mädchen, die flegelhaft und aufmüpfig waren. Mit achtzehn war
sie schließlich schwanger. Sie bekam dann mit neunzehn Jahren einen Sohn namens
Lars, auch Lasse genannt. Dies war zu jener Zeit ein Skandal, aber sie wollte
den Vater ihres Kindes auf keinen Fall heiraten.
Ein
Neuanfang in Stockholm
Astrid Lindgren
zog als junge Mutter nach Stockholm und lernte den Beruf der Sekretärin. Da es
keine Tagesmutter gab, musste ihr kleiner Sohn in einer Pflegefamilie leben.
Aber sie hielt es ohne ihren kleinen Lars nicht aus. Schließlich holte sie ihn
zurück. Tagsüber passte jetzt die Vermieterin ihres möblierten Zimmers auf ihn
auf. Dann aber nahmen ihre Eltern ihren Sohn auf dem Hof in Näs
auf.
Mit
dreiundzwanzig lernte sie dann den Mann ihres Lebens kennen: Sture Lindgren. Er
war ihr Chef. So wurde im Frühjahr 1931 aus Astrid Ericsson Astrid Lindgren.
Sie zogen in eine Zwei-Zimmer-Wohnung in einer kleinen Straße gegenüber dem Vasapark. Lasse war zu dem Zeitpunkt 4 ½ Jahre alt. Nach drei
Jahren bekamen Astrid und ihr Mann ein Mädchen namens Karin.
Astrid
Lindgren – eine glückliche Mutter
Astrid Lindgren
war sehr glücklich, eigene Kinder zu haben. Sie blieb viele Jahre zu Hause, um
sich nur um ihre Kinder zu kümmern. Und wenn sie einen Brief schrieb, handelte
er nur von ihren Kindern. Es war eine schöne Zeit. Die Wohnung, in der sie
lebten, diente später als Vorlage für das Buch „Karlsson vom Dach“. Er flog
über die Hausdächer in genau der Straße mit Lillebror
auf seinem Rücken.
Astrid Lindgren
spielte viel mit ihren Kindern. Im Karlapark waren viele Kletterbäume und die
Kinder kletterten, wo es möglich war. Lasse erzählte einmal, was das Besondere
an ihrer Mutter war: Sie beaufsichtigte nicht nur ihre Kinder, sondern sie
spielte selbst mit.
Der
Beginn des Schreibens
Astrid Lindgren
erzählte ihren Kindern viel von der Zeit, als sie selber klein war, von Leuten,
die damals lebten und dachte sich dabei eigene Märchen aus. Auch ihre Tochter
Karin war voller Phantasie und erfand eigene Figuren. Zum Beispiel fragte sie
jedes Mal ihre Mutter, wenn sie ins Zimmer kam, ob sie den kleinen, komischen
Mann gesehen habe, den „Karlsson“, der sich immer verstecken würde.
Als Karin im
Alter von sieben Jahren krank in ihrem Bett lag, sollte ihre Mutter ihr etwas
erzählen. Astrid Lindgren wusste aber nicht, wovon. Da bat Karin sie, ihr von
Pippi Langstrumpf zu erzählen. So hatte Karin diesen Namen erfunden. Weil
Astrid Lindgren diesen Namen recht verrückt fand, sollte es sich auch um ein
entsprechendes Mädchen handeln. So erfand sie die Villa Kunterbunt, das große
Pferd auf der Veranda....
Karin hatte
viel Spaß an den Geschichten. Als sie wieder gesund war und ihre Freundinnen
sie besuchten, baten auch sie Astrid Lindgren, von Pippi zu erzählen. Und sie
erzählte und erzählte.
Das
erste Buch
Drei Jahre
später wohnte die Familie Lindgren in der Dalagata
gegenüber des Vasaparks.
Ihre Tochter Karin war zehn Jahre alt. Es hatte geschneit und auf den Wegen im Vasapark war es unter dem Schnee sehr glatt. Astrid
Lindgren rutschte aus und verstauchte sich den Fuß. Vierzehn Tage musste sie
den Fuß ruhig stellen. Die Zeit nutzte sie, um die Geschichten von Pippi
Langstrumpf aufzuschreiben. Sie heftete die Seiten in einem Ordner ab, um sie
Karin zum Geburtstag zu schenken. Gleichzeitig schickte sie die Geschichten
auch an einen Verlag, aber der Verlag lehnte ab. Die Geschichten von Pippi
Langstrumpf wären zu verrückt!
Das Schreiben
machte ihr aber trotzdem viel Spaß. Ein Jahr später reichte sie bei einem
anderen Verlag bei einem Preisausschreiben ein neues Buch „Mari
erleichtert ihr Herz“ ein und erzielte den zweiten Preis. 1945 veranstaltete
dieser Verlag auch ein Preisausschreiben für das beste Kinderbuch. Astrid
Lindgren reichte „Pippi Langstrumpf“ ein und gewann den ersten Preis. Später
wurde „Pippi Langstrumpf“ in 58 Sprachen übersetzt.
Der
Ursprung ihrer Ideen für ihre Bücher
Nachdem Astrid
Lindgren einmal angefangen hatte zu schreiben, hörte sie praktisch nicht mehr
auf. Die ersten Bücher handelten von Geschichten, die in ihrer eigenen Kindheit
passiert waren. Für die anschließenden Bücher sammelte sie viele Eindrücke aus
der Umgebung des nahe gelegenen Vasaparks. Sowohl
Karlsson vom Dach, Bo Vilhelm Olsson
oder die Kinder in „Nils-Karlssons-Däumling“ wohnten
alle in Straßen um den Park herum.
Astrid Lindgren
hatte auch ein Sommerhaus in Furnsund. Sie erkundete
die Umgebung dreißig Jahre lang. Dann schrieb sie die Geschichten über Saltkrokan. Sie mochte ihr Ferienhaus über alles und hat
dort viele Bücher geschrieben.
Die
Entstehung der Personen in ihren Geschichten
Oft hatte sie
die Personen vorher irgendwo gesehen. Bo Vilhelm Olsson war ein kleiner Junge. Er saß eines Abends ganz
traurig auf einer Bank unter einer Laterne und ging dann in ein Haus in der Upplandsgata 13. Deshalb ließ sie Bo Vilhelm
dort wohnen.
Michel aus Lönneberga heißt in den schwedischen Büchern „Emil“. Den
Namen hatte Astrid Lindgren erfunden, als ein kleiner Junge wütend schrie und
sie ihn beruhigen wollte. Sie fragte ihn, ob er wüsste, was Emil aus Lönneberga einmal gemacht hätte? Da war er still und
interessiert, die Geschichte zu hören.
Jonathan und
Krümel Löwenherz entstanden, nachdem Astrid Lindgren über einen Friedhof in Vimmerby gegangen war und einen Grabstein mit den Namen zweier
kleiner Kinder gesehen hatte, die Brüder waren.
Ronja
Räubertochter entstand, weil die in der Stadt lebende Astrid Lindgren immer
Sehnsucht nach Wildnis hatte. Dazu kam dann noch ihre Phantasie. Dadurch
entwickelte sie eine Räuberburg auf einem Berg und zwei Räuberfamilien. Ihre
Namen stammten aus einem Autoatlas. Im Landesteil Norrland
gab es Mattisberg und einen Ort namens Fjosok.
Der Name „Ronja“ entstand aus dem Wort Ju ronja urekote.
Viele nennen ihr Kind seitdem „Ronja“.
Der
Schreibraum von Astrid Lindgren
Neben dem
Ferienhaus schrieb sie auch viele Bücher in ihrer Stadtwohnung, oft morgens
früh um 5 Uhr im Bett. Jede Seite wurde mehrfach überarbeitet, bis sie perfekt
war. Jedes Kapitel war für sie wie ein neues Buch. Sie stenographierte ihre Geschichten,
da ihre Ideen ihr so schnell kamen, dass sie in normaler Schrift nicht schnell
genug alles zu Papier bringen konnte.
Wenn sie
schrieb, hatte sie ein glückliches Gefühl, weit weg von Traurigkeit. In vielen
ihrer Geschichten sind die Kinder im normalen Alltag erst traurig, dann aber
sehr glücklich.
Die
weitere Entwicklung von Astrid Lindgren
1946: Literaturpreis der Zeitung „Svenska Dagbladet“ für „Pippi Langstrumpf“ und erster Preis des
Verlages Raben und Sjögren für „Meisterdetektiv
Blomquist“
1947: Erster Band von „Kinder aus Bullerbü“
1949: Deutsche Erstausgabe von „Pippi Langstrumpf“, herausgegeben von dem
Hamburger Verlag Friedrich Oetinger
1950: Der Nils-Holgerson-Preis für „Im Wald
sind keine Räuber“
1952: Tod von Sture Lindgren
1953: Erste Lesereise von Astrid Lindgren nach Deutschland
1954: Erscheinungsjahr von „Mio, mein Mio“
1955: Erscheinungsjahr des ersten Bandes von „Karlsson“
1956: Deutscher Jugendliteraturpreis für „Mio. mein Mio“
1958: Internationaler Jugendbuchpreis für „Rasmus und der Landstreicher“
und das Gesamtwerk
1960: Erscheinungsjahr von „Madita“
1963: Aufnahme in die literarische Gesellschaft „Samfundet
De Nio“ auf Lebenszeit
Erscheinungsjahr des ersten Bandes
von „Michel“
1964: Erscheinungsjahr von „Ferien auf Saltkrokan“
1965: Schwedischer Staatspreis für Literatur für ihr Gesamtwerk
1966: Benennung der ersten Schule in Deutschland – in Berlin-Spandau
– nach Astrid L.
1967: Stiftung eines deutschen und schwedischen Astrid-Lindgren-Preises
durch die Verlage Raben & Sjögren und Oetinger
1971: Große Goldmedaille der Schwedischen Akademie für Literatur
1973: Ernennung zum Dr. phil. Honoris causa der
Universität Linköping
Erscheinungsjahr von „Die Brüder Löwenherz“
1974: Tod ihres Bruders Gunnar
1976: Erscheinungsjahr des Steuermärchens „Pomperipossa
in Monismanien“, die Folge war ein Regierungswechsel
1978: Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Dort hält sie die Rede
„Niemals Gewalt“. Ehrendoktor der Universität Leicester
1980: Vorsitzende von „Samfundet De Nio“
1981: Erscheinungsjahr von „Ronja
Räubertochter“
1984: Erstmals Benennung einer Straße in Deutschland (Kiel) nach Astrid
L.
1985: Mit über 2 Millionen jährlichen Ausleihen der Volksbüchereien in
Schweden die am meisten gelesene schwedische Autorin;
Forderung nach Abschaffung der Massentierhaltung – Auslösen
einer Tierschutzgesetzdebatte in Schweden
1986: Tod von Sohn Lars
1987: Astrid Lindgren wird 80 Jahre alt
Uraufführung des Theaterstücks „Die Brüder Löwenherz“
Erhalt des Leo-Tolstoi-Preises als erste Autorin
Goldmedaille des Schwedischen Tierschutzvereins
Briefwechsel mit Michail Gorbatschow zum Thema „Frieden“
1988: Durch harten Kampf verbessertes Tierschutzgesetz erreicht
1989: Einweihung des Freizeitparks „Astrid Lindgrens Welt“ in Vimmerby
1990: Nach Tierschutzgesetzdebatte Erscheinungsjahr des Buches „Meine Kuh
will auch Spaß haben“
1991: Erweiterung des Freizeitparks mit einer Nachbildung des Stadtkerns
von Vimmerby von 1927
1992: Astrid Lindgren wird 85 Jahre alt.
Neuauflage des Buches „Die Kinder
aus der Krachmacherstraße“
1993: Internationaler Buchpreis der UNESCO
1994: Ehrenpreis des Alternativen Nobelpreises für ihren „lebenslangen
Kampf für die Rechte von Kindern
1997: Astrid Lindgren wird 90 Jahre alt.
2002: Am 28. Januar: Tod von Astrid Lindgren
Literaturangaben:
Oetinger
Lesebuch, Band 29, Sonderausgabe 1992/93
Oetinger
Lesebuch, Band 34, Almanach 1997/98
Oetinger
Lesebuch, Bank 39, Almanach 2002/2003
Bausteine
Grundschule, Band 6/2002, Bergmoser + Höller Verlag
AG